Wie wir das selbstbestimmte Leben in der eigenen Wohnung durch Disaggregation unterstützen

 

 

Im Teilprojekt 3 erforschen wir Technologien, die Informationen über Gefährdungspotenziale und –situationen bereitstellen, ohne zu stark in die Privatsphäre der Menschen einzugreifen. Wir zielen damit auf die Personen, die alleine in ihrer eigenen Wohnung leben können und wollen, aufgrund ihrer Verfassung jedoch gelegentliche Hilfestellung durch Angehörige benötigen. Wohnen die Angehörigen nicht in derselben Wohnung, ist ein unmittelbares Reagieren schwierig.
Für ZAFH-AAL untersuchen wir den elektrischen Energieverbrauch. Wir entwickeln sog. Disaggregationsverfahren und Werkzeuge, um aus dem Gesamtverbrauch einer Wohnung Zeitpunkte und Gefährdungspotenziale zu ermitteln (siehe Abbildung 1). So kann reagiert werden, wenn beispielsweise durch ein elektrisches Gerät eine unmittelbare Gefahr droht. Darüber hinaus haben wir damit die Möglichkeit, Auffälligkeiten im Lebensrhythmus zu erkennen und Hinweise zielgerichtet an Angehörige weiterzuleiten. Sinkt beispielsweise die Bewohneraktivität schlagartig und unerwartet ab, könnte die Person gestürzt sein (siehe Abbildung 2). Damit sind wir in der Lage, Angehörigen oder übergeordneten intelligenten Systemen gezielt Informationen bereitzustellen, die das selbstbestimmte Leben in der eigenen Wohnung vereinfachen oder überhaupt erst ermöglichen.
Dabei werden alle Informationen in der Wohnung der betroffenen Person verarbeitet. Nur im Gefahrenfall wird eine Informationen gezielt weitergegeben. Profildaten und detaillierte Nutzungsmuster können das Haus nicht verlassen. Dadurch wird eine transparente Dauerüberwachung ausgeschlossen.

 

 

Abbildung 1. Analysetool für den elektrischen Energieverbrauch
Abbildung 2. Aktivitätsanalyse anhand des elektrischen Energieverbrauchs